Geschichte Fischerei Verein Reuss Mellingen
Im Jahr 1951 gründeten zwölf Mellinger im Hotel Löwen den Fischereiverein. Wie viele andere Vereine durchlebte auch er im Laufe seiner Geschichte Höhen und Tiefen.
Ein besonderer Meilenstein war die Schenkung des Fischerhüslis Anfang der 1960er-Jahre. Das Gebäude, das früher als Wäschehüsli gedient hatte, gehörte drei Familien aus dem Reusstal. Sie überliessen die damalige Ruine dem FVRM unter der Auflage, sie umgehend wieder aufzubauen und zu renovieren.
Die Vereinsmitglieder packten unverzüglich an und verwandelten das baufällige Hüsli in unzähligen Stunden Fronarbeit in ein schmuckes Vereinshaus. Eine Besonderheit war die Eingangstür: Sie wurde aus dem Holz des alten Glockenturms der katholischen Kirche in Mellingen gefertigt.
Pünktlich zum 50-jährigen Vereinsjubiläum wurde das Fischerhüsli erneut renoviert. Ein frischer Anstrich, ein neues Dach, eine neue Tür und eine neue Wetterfahne zeugten sichtbar von der gelungenen Erneuerung. Auch im Innern erhielt das Vereinshaus neues Mobiliar.
Chronik des Fischereivereins
28. April 1951 – Vereinsgründung
Zwölf Gründungsmitglieder gründen den Fischereiverein im Hotel Löwen in Mellingen.
2. Juni 1951 – Erste Hauptversammlung
Die Hauptversammlung findet im Hotel Löwen mit 25 Mitgliedern statt. Die Einladung erfolgt schriftlich; das Porto beträgt damals 10 Rappen pro Brief.
Ab etwa 1955 – Aufbau des Fischerhüslis und erstes Fischessen
Die ehemalige Ruine wird zum heutigen Fischerhüsli ausgebaut. Im Hotel Löwen findet das erste Fischessen mit rund zehn Personen statt. Der Anlass wird zunächst nur während einiger Jahre durchgeführt.
1966 – Gründung der Stiftung Fischerhüsli
Am 12. Februar 1966 wird die Gründung der Stiftung Fischerhüsli durch den Mellinger Notar Hans Wernli öffentlich beurkundet. Gustav Stalder setzt sich als Vorkämpfer für den Umweltschutz und gegen die Verschmutzung der Gewässer ein.
Ab etwa 1968 – Wiederaufnahme des Fischessens
Das jährliche Fischessen wird wieder aufgenommen. Die Einnahmen dienen damals der Tilgung von Schulden.
Ab etwa 1973 – Stromanschluss
Das Fischerhüsli erhält einen Stromanschluss.
1985 – Heizung, Aufzuchtgewässer und Brennholzhütte
Im Fischerhüsli wird eine Elektroheizung installiert. Nach Verhandlungen mit dem Kanton Aargau und dem kantonalen Fischereiverband über die Aufzuchtgewässer und die Ablösung des bisherigen Pächters Friedli werden Pachtverträge für den Schwarzgraben/Laubisbach, den Franzosengraben und den Mühlbach in Mellingen abgeschlossen. Zudem entsteht aus Bahnschwellen eine Hütte zur Lagerung von Brennholz.
1986 – Erstes Ausfischen und Bildung der Bachkommission
Gemeinsam mit dem Fischereiverein Würenlos wird erstmals ausgefischt. Der Franzosengraben wird gereinigt, das Bachbett ausgehoben und die Bäche werden für den ersten vorgeschriebenen Besatz mit Bachforellen vorbereitet. Zur Betreuung der Gewässer wird eine Bachkommission gebildet.
1987 – Ausrüstung und Sanierung
Der Verein kauft eine eigene Ausfischausrüstung. Die Decke im Fischerhüsli wird saniert und isoliert; die Elektroheizung wird neu installiert.
1988 – Festhütte und WC-Anbau
Die alte vereinseigene Festhütte wird verschenkt. Für das Fischessen wird erstmals eine Festhütte gemietet. Am Pumpwerk entsteht ein Anbau mit WC und Geräteraum.
1990 – Neue Küche und Cheminée
Das Fischerhüsli erhält eine neue Küche und ein Cheminée.
1992 – Überarbeitung der Statuten
Die überarbeiteten Statuten werden an der Generalversammlung vom 6. März 1992 genehmigt.
1998 – Wasser- und Abwasseranschluss
Das Fischerhüsli wird an die Wasserver- und Abwasserentsorgung angeschlossen.
2001 – Renovation und 50-jähriges Vereinsjubiläum
Zum 50-jährigen Bestehen wird das Fischerhüsli umfassend renoviert. Es erhält ein neues Dach und einen erneuerten Innenraum. Sitzbank und Tische werden renoviert, neue Stabellen angeschafft. Vom 29. Juni bis 1. Juli feiert der Verein sein 50-jähriges Jubiläum.
2003 – Erneute Überarbeitung der Statuten
Die Statuten werden erneut überarbeitet und an der Generalversammlung 2003 genehmigt.
2005/2006 – Wiederherstellung nach dem Hochwasser
Das Hochwasser vom 22. August 2005 verursacht erhebliche Schäden am Fischerhüsli. Küche, Sitzbank, Boiler und Verputz werden zerstört und im Rahmen einer Innenrenovation erneuert. Auf der Fischerhüsliwiese lagert die Reuss feinsten Sand auf einer Fläche von rund 150 m² ab, der anschliessend abtransportiert wird. Ein neuer, demontierbarer Hochwasserschutz wird im Schopf bereitgestellt.
2006 – Erwerb der Fischerhüsliwiese
Der Verein kauft die Fischerhüsliwiese vom Kanton Aargau und überträgt sie der Stiftung Fischerhüsli. Eine kleine Teilfläche verbleibt beim Kanton, um den geplanten Radweg zwischen Mellingen und Birrhard zu ermöglichen.
Präsidium des Vereins
| Name / Vereinsführung | Von | Bis |
|---|---|---|
| Jsidor Geissmann | 1951 | 1953 |
| Adolf Ackermann | 1954 | 1957 |
| Werner Basler | 1958 | 1962 |
| Gustav Stadler | 1963 | 1967 |
| Hans Huber | 1968 | 1970 |
| Hermann Fegble | 1970 | 1974 |
| Paul Bircher | 1975 | 1984 |
| Roland Strebel | 1985 | 1992 |
| Röbi Suter | 1993 | 1995 |
| Urs Huber | 1996 | 2003 |
| Hanspeter Bäriswyl | 2003 | 2008 |
| Übergangsweise Führung durch den Vorstand bis zur nächsten Generalversammlung | 2008 | 2009 |
| Erika Schibli | 2009 | 2016 |
| Reto Lindinger | 2016 | – |